Geschichte

unlängst

Es ist noch keine zwei Jahre her, da hatte der Schweizerische Tambouren- und Pfeiferverband allen Grund zum Feiern: Mit einem gross angelegten "Eidgenössischen" wurde das 100-jährige Bestehen des STPV ausgiebig gefeiert - und dies in Basel, der Stadt, wo es während des ganzen Jahres immer irgendwo trommelt oder pfeift, man aber explizit für das öffentliche Trommeln eine Bewilligung braucht! Mitunter ein Grund dafür war, dass das Basler Trommeln einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der Schweizerischen Trommelkultur hatte. Aber dazu später mehr.

So wurde denn also im Jahre 2006 der Gründung des "Schweizerischen Verbandes der Tambouren" gedacht. Der STPV beging seinen Geburtstag farbenfroh und mit viel Musik und beglückwünschte sich stolz zu seiner Entwicklung zum wichtigsten Organ der Schweizer Urtradition des Pfeifens und Trommelns. Gedacht wurde auch der über hundert Jahre unermüdlichen Einsatzes, der unzähligen Stunden von so genannter Freiwilligenarbeit, des Glaubens an die Wichtigkeit der Sache und der Hürden, die immer wieder genommen werden mussten, um den Verein zu dem zu machen, was er heute ist: ein modern organisierter Verein, der zum obersten Ziel hat, Tradition zu hegen und zu pflegen und nicht verstauben zu lassen. Aktuellste Hürde ist das Nachwuchsproblem, welchem der STPV aktiv mit aufwendiger und professioneller Jugendarbeit entgegenwirkt. Ein bravouröses Beispiel dafür ist die unlängst unternommene Reise mit dem Jugendensemble nach Rom und Hagen a.T.W. (D).

Doch wie wurde der Verein zu dem, was er heute ist?

 

früher

Mit der Bundesverfassung von 1874 und der Ausarbeitung einer moderneren und technisch versierteren Heeresorganisation wurde zum ersten Mal die Abschaffung der Militärtambouren diskutiert. Rund 30 Jahre vorher bekamen die Tambouren aber ihre eigene Ordonnanz mit Signalen, Generalmarsch, Fahnenmarsch, Rapell usw. und ein Fortbestehen schien gesichert. Gleichzeitig wurde aber den Pfeifen und damit dem traditionellen Feldspiel zugunsten der Blasmusik ein Ende gesetzt. Die Militärinstruktoren erkannten die brenzlige Lage und setzten sich zur Wehr. In den Folgejahren kam es zu regional organisierten Zusammenschlüssen von Militärtambouren. Das Begehren, einen Schweizerischen Verband zu gründen, wurde vom Militärdepartement jedoch abgelehnt.

Erst 1906, beim zweiten interkantonalen Tambourenfest, wurde erneut die Initiative ergriffen, sich landesweit zu organisieren, um gemeinsam stärker in Erscheinung treten und um bessere Ausbildungsmöglichkeiten bieten zu können. Es kam zu der Gründung des Schweizerischen Verbandes der Tambouren.

 

einst

Die Ursprünge des Schweizerischen Trommelns und Pfeifens liegen aber noch viel weiter zurück, und zwar im tiefen Mittelalter. Pfeifen und Trommeln waren neben Dudelsack, Schalmeien und andern Instrumenten in der Volksmusik bekannt, wahrscheinlich Jahrhunderte zuvor aus dem Osten eingeführt. Mit der Reisläuferei, und den Fremden Diensten kamen Schweizer Söldner ab dem 13. Jahrhundert in ganz Europa herum und verbreiteten so ihre Musik. Die "Schweizer Garden", die es alsbald im Dienste verschiedener europäischer Herrschaftshäuser gab, hatten häufig ihr eigenes Feldspiel.